Kunstaktionen

Move it – Tanz im Buch

Bewegung in Farbe, Fläche und Linie 
Zeichnung, Malerei, Collage, Fotografie, Installation
von der ersten künstlerischen Idee bis zur Präsentation in der Öffentlichkeit

KunstKlasse

  • am Carl-Bosch-Gymnasium Ludwigshafen
  • gefördert durch die Stiftung Ravensburger Verlag
  • in Kooperation mit der Malschule Limburgerhof

Von September 2023 bis Januar 2024 trafen sich 15 Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 6, 7 und 8 wöchentlich für zwei Stunden in der KunstKlasse am Nachmittag.

Dokumentation: Sabine Amelung – Bildmaterial: Perdita Stern, Gabi Daubach, Malschule Limburgerhof

DER BEGINN

Ausgehend von erlebten und gesehenen Tanzbewegungen, speziellen Choreografien, selbst getanzten Figuren, entsprechenden Bühnenbildern und farbig abgestimmten Kostümen wurde die Fülle der Eindrücke erst einmal und in den folgenden Wochen immer wieder über große gestische Pinsel- und Spachtelbewegungen in abstrakten Farbflächen abgebildet.
Die Nutzung der Materialien schaffte die Brücke zur Absicht, nur Bewegung ohne Darstellung von Figuren nachzuempfinden. Die gestische Malerei brachte die Malenden selbst in Bewegung und verringerte die Scheu davor, immer sofort mit figurativem Zeichnen und Malen beginnen zu müssen.

DAS SKIZZENBUCH

In der Größe DIN A 3 verlangte das Skizzenbuch großzügiges Arbeiten mit Collage, Zeichnung, Malerei und Gespraytem. Es war der Begleiter in allen KunstKlasse-Stunden, als Notizbuch, um Ideen zu visualisieren, als Materialbuch, um Techniken auszuprobieren, als Tagebuch, um persönliche Gedanken zu verfassen.

DAS MATERIAL

Mit Markerstiften und Finelinern wurde vorrangig gezeichnet, hervorgehoben und ein großzügiger Umgang mit der großen Fläche als Vorbereitung auf die meterhohen Buchseiten geübt.
Die Farbe wurde durch die Malerei als Raum wahrgenommen, es musste keine Bühne abgebildet werden, der abstrakte Umgang mit der Fläche ließ eine individuelle Interpretation der Szene zu. Eine begrenzte Farbpalette förderte die Konzentration auf bestimmte Farbfamilien und deren emotionale Wahrnehmung.

Das Sprayen erforderte Schablonen, die sich über das Cut-Out der Abbildung von Figuren näherte. Die Negativ- wie Positivform sollte benutzt werden, was beim Schneiden zu einem umfassenderen Raumverständnis führte.  
Das Sprayen selbst, im Schulhof, erweiterte den Atelierraum und führte zu einer größeren Beweglichkeit der Jugendlichen bei der künstlerischen Gestaltung.
Die Collage erlaubte es, auch den übrig gebliebenen Ausschuss vom Schneiden zu nutzen und als Hintergrund oder Flächengestaltung einzusetzen.

DAS BUCH

In der Größe von 100 x 70 cm wurden Einzel- und Doppelseiten aus Finnpappe mit zusammenfassenden Bildideen aus den Skizzenbüchern gestaltet. Auch hier herrschte ein Materialmix. Die Größe pro Seite oder aufgeklappt von 100 x 140 cm bedeutete, dass paarweise oder im größeren Team zusammengearbeitet werden musste. 
Insgesamt 13 Pappbögen wurden beidseitig bearbeitet und mit Ringen und Ösen so verstärkt, dass sie an der Wand in einer fest installierten Hängevorrichtung eingesteckt werden konnten.

DIE ATELIERZEIT

Die Jugendlichen entschieden immer selbst, was sie wie abbilden wollten. Sie tauschten in der Gruppe ihre Ideen aus, stellten ihre Skizzen vor, beratschlagten weiteres Vorgehen. Es gab von Zeit zu Zeit Rundgänge, in denen der aktuelle Stand gezeigt wurde. Die beiden begleitenden Künstlerinnen Sabine Amelung und Michaela Jäkel gaben Ratschläge zum Umgang mit Idee und Material, hielten sich aber auch zurück, um den freien Gestaltungswillen nicht zu stören. Einzig das Angebot und die Vorschläge, sich bestimmte Dinge bezüglich der künstlerischen Möglichkeiten genauer anzuschauen oder auszuprobieren diente denjenigen, die sich neue Impulse wünschten. 
In der Schlussphase beim Zusammenführen der Buchseiten und der Installation gaben beide Künstlerinnen die Form der Installation vor, die im Vorfeld mit der Schulleitung abgesprochen war und von den Hausmeistern unterstützt wurde. 
Die Atelierstunden fanden im größten BK-Saal der Schule statt, das fertige Buch wurde in der Bibliothek zur steten Präsenz angebracht.

DIE PRÄSENTATION

Ende Januar 2024 wurden die Schulgemeinschaft eingeladen, mit den Buchkünstlerinnen und Buchkünstlern die Präsentation zu feiern. Der Schulleiter Erik Nykiel begrüßte die Schüler/-innen und Lehrer/-innen. Es war ihm wichtig herauszustellen, wie wertvoll und wie frei das Machen von Kunst sein kann, wie sehr er die Arbeit der Jugendlichen der KunstKlasse schätzt und wie gut ihm gefällt, dass das Buch nun für die gesamte Schulgemeinschaft zugänglich ist.
Die begleitenden Künstlerinnen beschrieben in wenigen Sätzen den Ablauf und den Einsatz der Materialien in den Atelierstunden.

Den größten Part der Präsentation übernahmen die Buchkünstler/-innen jedoch selbst, indem sie die jeweils von ihnen gestaltete(n) Seite(n) mit ihren Worten beschrieben. Von ausführlichen Erklärungen, wie es zu der jeweiligen Idee kam, was die persönliche Absicht war, bis hin zu Aussagen wie „ich weiß gar nicht, was ich sagen soll” oder „ich wollte das, was zu sehen ist, einfach so machen” konnten alle Mitwirkenden gehört und Ihren Seiten zugeordnet werden. Die Gäste zeigten sich sehr beeindruckt und nutzten im Anschluss die Zeit, sich mit den Jugendlichen auszutauschen.
Außerdem erschien ein Redakteur der örtlichen Tageszeitung „Die Rheinpfalz”, interviewte und fotografierte die Jugendlichen vor der Feierstunde und notierte sich auch während der Reden wichtige Aspekte dieser freien künstlerischen Arbeit. Zwei Tage danach erschien ein großer Artikel in der Zeitung. 

DIE STIMMUNG

Während der Atelierstunden herrschte ein reges Werken, umtriebiger Austausch und große Freude beim Umgang mit all den Möglichkeiten abseits des täglichen Schulbetriebes, inmitten des Schulgebäudes.
Über die Wochen festigten sich die Absichten, was gezeigt werden sollte und wie gearbeitet wurde. Die Zeit hin zum Termin der Präsentation wurde hektischer, aber auch da immer getragen von großer Freude.
Die Aufregung wenige Stunden vor der Präsentation war sehr groß. Der Moment, dass die blätterbaren Bilder nun von anderen gesehen werden können und darüber Gespräche stattfinden werden, dass die Schulleitung und das Kollegium Seiten von den Schülerinnen und Schülern entdecken können, die sich im Unterricht gewöhnlich nicht zeigen und der Besuch der Zeitung sowie der daraufhin erscheinende Artikel machte die Jugendlichen enorm stolz. Sie und ihr Werk standen im Mittelpunkt. 

DIE FÖRDERUNG

Die Förderung der Stiftung Ravensburger Verlag ermöglichte es ihnen eine wichtige Erfahrung zu machen. Sie konnten von der Idee bis hin zur Präsentation künstlerischer Werke den gesamten Prozess durchlaufen, der geprägt war von Motivation aber auch von Zweifeln an manchen Stellen, von Entscheidungen finden und treffen, von Kontinuität und Entspannung, von Freiraum und gemeinschaftlichen Erfahrungen, von Spaß und Konzentration. 
Diese intensive Atelierzeit wird noch lange nachwirken. 
Das Buch erzählt davon.


Kunstaktionen beim Schulfest 2023

Beim Sommerfest des CBG am 17.06.2023 konnten die Schüler/-innen gemeinsam mit der Fachschaft Bildende Kunst ein Wandbild, ein sogenanntes „mural” malen und mit dem Künstler/-innenkollektiv JAAH bei ihrem partizipativen Kunstprojekt Zeichnungen zu Headlines aus der Zeitung hinterlassen.

Vorgezeichnet wurde auf die Wand vor dem Garten der ehemaligen Hausmeisterwohnung „Das CBG ist…” als Thema der Wandgestaltung.
Die Einteilung der Wand in gleichgroße Quadrate gab die Möglichkeit, unterschiedliche farbige Flächen als Grundierung zu schaffen. Mit viel Lust und Konzentration konnten alle Flächen fertig gemalt werden.
In den Wochen bis zu den Sommerferien wurden weiße Sprechblasen aufgebracht, in denen die Worte der Schüler/-innen stehen, was das CBG für sie bedeutet. Verschiedene Klassen werden noch Feinheiten wie Umrandung und die Ausarbeitung des Graffiti-Schriftzugs übernehmen.

Schulfest 23 Kunstaktion A
Schulfest 23 Kunstaktion B
Schulfest 23 Kunstaktion C
Schulfest 23 Kunstaktion D
Schulfest 23 Kunstaktion E
Schulfest 23 Kunstaktion F
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Außerdem kam das KünstlerinnenKollektiv JAAH noch einmal zu uns, um weitere HeadLines zu sammeln. An ruhigerer Stelle konnten die Zeichner/-innen ihre erste spontane Idee zu einer Überschrift aus der Zeitung illustrieren oder assoziativ kommentieren. Über 40 Zeichnungen entstanden, sie wurden zeitgleich am Geländer aufgehängt, so dass viele Besucher/-innen diese Werke betrachten konnten. Wie schon bei der ersten Aktion im September letzten Jahres führte das partizipative Kunstprojekt zu anregender Kommunikation unter den Zeichnenden und den Betrachtenden. Die Werke verbleiben bei JAAH und werden mit den bis jetzt ca. 700 gezeichneten Blättern in einer großen Ausstellung präsentiert. Sobald Ort und Zeit bekannt sind, werden wir hier berichten.