Schüleraustausch Frankreich: Zu Gast in Lorient

Schüleraustausch Frankreich:

Zu Gast in Lorient

Pauline Adolf, Leonie Hermes und Sonja Wachter berichten:

»Und los geht‘s«, sagte Frau Bilhöfer durch das Mikrofon des Busses, als wir vom Zentralen Omnibusbahnhof Ludwigshafen (ZOB) Richtung Bretagne losfuhren. Im Bus saßen 41 aufgeregte Schülerinnen und Schüler, die nicht mehr abwarten konnten, zehn Tage lang in einer französischen Gastfamilie zu leben! Nach zwei Filmen, fünf Arbeitsblättern, sechs Pausen, drei Spielen, zahlreichen Chips, Knabberzeug und etwas mehr als 13 Stunden Fahrt erreichten wir endlich unsere Partnerschule »Collège Anita Conti« in Lorient. Dort erwarteten uns unsere Austauschpartner schon sehnsüchtig. Wir nahmen von den Busfahrern unser Gepäck entgegen und gingen dann mit unseren »corres« nach Hause…


Die Schule in Frankreich fängt erst um 8.15 Uhr an. Wir trafen uns am folgenden Tag im Schulhof und gingen mit Frau Bilhöfer, Frau Engelke und Frau Frei, die uns begleiteten, in einen Informatikraum, um unsere ersten Eindrücke miteinander zu besprechen. Sich einzuleben dauert im Ausland seine Zeit, aber wenn man einmal so weit ist, will man gar nicht mehr weg…


Auf Wanderungen haben wir die schöne Umgebung erst richtig zu schätzen gelernt. Wir könnten jetzt so viel erzählen von den schönen Eindrücken und Erlebnissen, doch das würde einfach zu lange dauern, weil es so viele interessante Sachen gab, die ich gerne erklären und erzählen möchte!

Die Insel »Ile de Groix« war ziemlich von jedem der Lieblingsort, aber leider konnten wir nur ein Mal hin. Am 06. April haben wir dort den ganzen Tag verbracht und sind mit einer Fähre hin und zurück gefahren. Dort sind wir ein bis zwei Stunden lang durch die Stadt und anschließend zum Strand gelaufen. Am Strand war es traumhaft. Wir genossen unsere Freizeit und hatten viel Spaß. Am Nachmittag haben wir zusammen nach einem Schatz gesucht, der seit vergangenem Jahr auf uns wartete!


Am Freitag sind wir mit den Franzosen nach Quimper gefahren. Dort erwartete uns eine Stadtführung. Danach haben wir am Strand von Pouldreuzic gepicknickt, die berühmte Pastetenfabrik Henaff besichtigt und in Concarneau einen Sadtrundgang in Dreiergruppen gemacht.

In den zwei Wochen unternahmen wir viel, wie zum Beispiel eine Rallye durch Lorient, bei der sich die Schüler schon zufälligerweise nach ca. 40 Minuten alle im Mc Donald‘s trafen, obwohl es nicht mal abgesprochen war! An diesem Nachmittag haben wir die alte U-Boot-Basis besichtigt, die die Deutschen in den Jahren 1941-1943 bauten, welche aus drei riesigen Bunkern besteht.


Am 13. April fuhren wir mit dem Linienbus zu »les halles de Merville«, der Markthalle. Zu den Fischen haben sich nur sehr wenige hingetraut, da die Krabben und Krebse meistens noch lebten und munter vor sich hin zappelten. Frau Bilhöfer, Frau Engelke und Frau Frei kauften für uns frische Honigmelonen, Ziegenkäse, die ersten Erdbeeren dieses Jahres aus der Bretagne und noch lebende Austern, welche wir dann alle probieren durften…

Am nächsten Morgen sind wir alle sehr früh aufgestanden, weil wir noch unsere Koffer packen mussten. Danach hatten wir wieder Unterricht mit unseren deutschen Lehrerinnen. Mittags aßen wir zum letzten Mal in der »cantine« und sind danach noch in die Stadt gefahren. Um 16.30 Uhr sind wir nach Hause gegangen und um 17.15 Uhr mussten wir wieder, mit all unseren Sachen, an der Schule sein. Und dann kam der Abschied… Es sind viele Tränen geflossen… Es wurde geweint, umarmt, verabschiedet und noch mehr geweint. Um 17.40 Uhr fuhren wir mit dem Bus Richtung Ludwigshafen los.

Noch vor Mitternacht waren wir in Paris. Das war eine tolle Überraschung von unseren Lehrerinnen! Kaum waren wir am Eiffelturm angekommen, fing er tatsächlich an zu blinken: Es sah so aus, als würde uns der Turm begrüßen und sich freuen, uns zu sehen! Wir stiegen beim Trocadéro aus und liefen zum Eiffelturm herunter, wo wir uns über eine Stunde lang aufhielten und Fotos machten.

Nach einer Stadtrundfahrt durch Paris ging es weiter nach Ludwigshafen, wo wir am Freitagmorgen um 8.20 Uhr am ZOB eintrafen.

Der ganze Austausch war ein einmaliges Erlebnis und eines der schönsten Ereignisse, die wir bis jetzt erlebt haben!