11/2025 – Gruppenmobilität nach Messina (Sizilien)

11/2025 – Gruppenmobilität nach Messina (Sizilien)


Erasmus+-Mobilität nach Messina (Sizilien): Gemeinsam erinnern und Zukunft gestalten

Im Rahmen des Erasmus+-Programms nahmen 10 unserer Schülerinnen und Schüler aus der 11. Jahrgangsstufe Anfang November 2025 an einem internationalen Austausch in Messina (Sizilien) teil. Gemeinsam mit unserer Partnerschule Liceo Seguenza arbeiteten sie eine Woche lang zu zentralen Fragen europäischer Geschichte, demokratischer Werte und gemeinsamer Verantwortung für die Zukunft Europas.

Im Mittelpunkt des Projekts stand die Auseinandersetzung mit den Gefahren für die Demokratie durch Nationalsozialismus und Faschismus – und die Frage, wie Erinnerung dazu beitragen kann, demokratische Gesellschaften heute zu stärken. Geschichte wurde dabei nicht nur in der Schule gelernt, sondern erlebt: Besuche historischer Orte in Messina, Catania, Taormina und Reggio Calabria verbanden sich mit Workshops, Diskussionen und gemeinsamer Projektarbeit.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die verbindende Kraft von Erinnerung war die Beschäftigung mit der Freundschaft zwischen dem afroamerikanischen Athleten Jesse Owens und dem deutschen Sportler Luz Long, die sich während der Olympischen Spielen 1936 entwickelte. Diese persönliche Geschichte zeigte den Jugendlichen, dass Menschlichkeit, Respekt und Freundschaft stärker sein können als Ideologien des Hasses.

Durch die internationale Zusammenarbeit erlebten die Teilnehmenden Demokratie nicht nur als historisches oder politisches Konzept, sondern als gelebte Praxis: im offenen Austausch unterschiedlicher Perspektiven, im respektvollen Umgang miteinander und im gemeinsamen Nachdenken über aktuelle Herausforderungen wie Populismus, Flucht und Migration. Besonders der Besuch Taorminas, einem Ort mit antiken Wurzeln der Demokratie und zugleich Schauplatz globaler politischer Gipfeltreffen, machte deutlich, wie eng Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbunden sind.

Den Abschluss des Austauschs bildeten gemeinsame Präsentationen, in denen die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke in Form eines digitalen Tagebuchs mit Fotos, Videos und Texten festhielten. Dabei wurde deutlich: Erinnerung ist kein Blick zurück aus Nostalgie, sondern ein aktiver Beitrag zur Gestaltung einer offenen, solidarischen und demokratischen Zukunft Europas.

Der Erasmus+-Austausch mit Messina hat gezeigt, wie wertvoll internationale Begegnungen für junge Menschen sind. Sie fördern nicht nur Sprachkompetenz und interkulturelles Verständnis, sondern stärken auch das Bewusstsein dafür, dass Demokratie gelernt, gelebt und gemeinsam verteidigt werden muss – über Ländergrenzen hinweg in einem vereinten Europa.