
01/2026 – Gegenbesuch aus Fernán Núñez (Córdoba)
Eine Reise, die uns für immer prägt – Eindrücke einer besonderen Spanienfahrt der Demokratie-AG
Ein Austausch nach Spanien bedeutet für uns mehr als nur Sonne und bunte Städte. Wir tauchten in die spanische Kultur ein, erlebten Musik, lebendige Nächte, gutes Essen und herzliche Begegnungen. Doch neben Freundschaft und gemeinsamen Erlebnissen war der Austausch auch von intensiver Arbeit geprägt, die uns zusammengeschweißt hat.
Gemeinsam mit neun weiteren Schüler*innen der Demokratie-AG arbeiteten wir mit Schüler*innen unserer Partnerschule in Fernán Núñez (Córdoba) am Projekt „Diktatur vs. Demokratie – Ausgrenzung, Hass und Tod vs. Gemeinschaft, Verständnis und Gerechtigkeit“. Durch Diskussionen, Recherchen und Gespräche erkannten wir, wie wichtig Erinnerungskultur und Demokratiebildung bis heute sind. Besonders bewegte uns die Frage, wie Menschen im NS-Staat und im Franco-Regime entrechtet und entwürdigt wurden, und wie Deutschland und Spanien heute mit dieser Vergangenheit umgehen.
Doch unser Austausch fand nicht nur im Klassenzimmer statt: Wir besuchten bedeutende Orte des Zusammenlebens verschiedener Kulturen und Religionen. Diese Eindrücke außerhalb der Schule machten unsere Reise besonders prägend und bilden den Auftakt zu den Erlebnissen, von denen wir im Folgenden berichten.
Tag 1: Schon als wir am 09.11.2025 am Flughafen in Malaga gelandet sind, spürten wir die warme Luft und hatten das Gefühl von Freiheit.
Wir wussten sofort, dass diese Reise unsere Herzen erobern würde. Von unseren Gastfamilien wurden wir bei unserer Ankunft am Hauptbahnhof in Cordoba mit offenen Armen begrüßt, sodass wir uns alle sofort wohlfühlten.
Tag 2: Dieses Gefühl, willkommen zu sein, setzte sich am nächsten Tag fort, als wir in der Schule in Fernan-Nuñez mit einem Frühstück überrascht wurden und dann gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern die Schule besichtigten.
Nachdem wir uns dann im Buchclub zusammengefunden hatten, durften wir am Ende des Schultages mit unseren Austauschpartnern ein Buch unserer Wahl präsentieren.
Die Spanier verbringen ihre Abende gerne zusammen, was wir miterleben durften.
Tag 3: Am nächsten Tag wurden wir von der Sonne mit 27 Grad Celsius begrüßt und starteten den Tag mit einem Trip nach Sevilla, um dort die Iglesia Colegial del Divino Salvador und die Kathedrale von Sevilla zu besichtigen. Auf der Plaza de España erlebten wir eine Frau, die mit einem Flamenco-Tanz mitten in der Menge spanische Kultur lebendig machte und deren Lebensfreude schnell auf uns übersprang. In Sevilla haben wir aber auch das Neben- und Miteinander der Kulturen und Religionen anhand von Bauwerken und deren Geschichte beobachten können. Wir lernten die Funktion der Moscheegärten, die später die Kirchengärten waren, kennen, besuchten verschiedene Stätten der dortigen Weltausstellung und diskutierten anschließend miteinander über die Bedeutung von Weltausstellungen für ein friedliches Miteinander der verschiedenen Nationen.
Tag 4: Auch das Thema Nachhaltigkeit stand auf unserem Programm, als wir bei der die örtlichen Olivenöl-Kooperative waren und hautnah den Fertigungsprozess von Olivenöl kennengerlernten. Nachdem wir hier Themen wie Nachhaltigkeit sowie Vor- und Nachteile einer Kooperative diskutierten, wurden wir bei einem anschließenden Besuch beim Bürgermeister mit einem Notizbuch beschenkt, damit wir diese wundervolle Reise nie vergessen werden. Unvergesslich ist auch, dass wir vor dem Rathaus der Kleinstadt Fernan Nunez auf einen Stolperstein stießen, der dem Freiheitskämpfer und Opfer des Dritten Reichs Antonio Marin Cordoba gesetzt wurde.
Tag 5: Den 13. November verbrachten wir in Córdoba. Im jüdischen Viertel besuchten wir einen Vortrag zum 80-jährigen Jubiläum der Befreiung von der Nazi-Diktatur mit musikalischer Darbietung und anschließender Diskussion über Musik in den Konzentrationslagern. Danach besichtigten wir die berühmte Moscheekathedrale, in der sich Islam und Christentum bereits im Bauwerk verbinden. Besonders nachdenklich machte uns der Besuch des Cementerio de Nuestra Señora de la Salud, einer Exhumierungsstätte von Opfern der Franco-Diktatur. Dort wurde uns bewusst, wie wichtig und zugleich langwierig die Aufarbeitung eines totalitären Systems und das würdige Gedenken an seine Opfer sind.
Tag 6: An unserem letzten Tag vor der Rückreise nach Deutschland trafen wir uns mit allen deutschen Erasmus-Schülern in der spanischen Schulbibliothek und arbeiteten an unseren Berichten über unsere Reise. Nebenbei naschten wir traditionelles spanisches Frühstück, und zwar das bekannte und süße Gericht Churros. Auch den Abend verbrachten wir gemeinsam mit leckeren warmen Speisen und traditionellen Tänzen.
Tag 7: Am 15.11. endete sich unsere Reise. Der Abschied fiel uns alles andere als leicht, und nicht nur einmal flossen Tränen.
Doch wir nehmen weit mehr mit nach Hause als nur Erinnerungen. Die Reise war für uns nicht nur lehrreich, sondern hat auch unseren Zusammenhalt gestärkt. Gemeinsame Erlebnisse, intensive Gespräche und neue Freundschaften haben diese Woche in Spanien unvergesslich gemacht. Wir kehren mit vielen Eindrücken, neuen Ideen und noch größerer Motivation zurück, uns weiterhin für Demokratie und Mitbestimmung einzusetzen.
Die Demokratie-AG plant bereits ihr nächstes Projekt – und wir freuen uns darauf, weiterhin aktiv zu bleiben, politische Themen zu vertiefen und Europa gemeinsam zu entdecken.
Keisa Lulati & Munise Degirmenci
























