Der bilinguale Unterricht am Carl-Bosch-Gymnasium

Was ist bilingualer Unterricht?

Im strengen Sinne bedeutet »bilingual« die gleichwertige Beherrschung von zwei Sprachen, was eigentlich nur im zweisprachigen Elternhaus möglich ist. Im Zusammenhang mit der Schule ist es der Unterricht eines Sachfachs ab der 7. Klasse in der ersten Fremdsprache (Englisch) und der Muttersprache (Deutsch). Ab dem zweiten Halbjahr der 5. Klasse werden geeignete Kinder für den Vorbereitungsunterricht vorgeschlagen.

Wozu bilingualer Unterricht?

Alltags- und lebensnahe Inhalte geben schülernahe Sprechanlässe, dadurch kann es zu einer erheblichen Verbesserung der Englischkenntnisse kommen.
Außerdem erwerben die Schüler eine größere Selbstverständlichkeit im Gebrauch der englischen Sprache. Dies dient als Vorbereitung auf ein wissenschaftliches Studium und auf die Arbeitswelt.

Wie wird bilingual unterrichtet?

Bilingualer Unterricht heißt nicht nur Erdkunde, Geschichte oder Sozialkunde auf Englisch, sondern auch auf Deutsch. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass immer eine Stunde in Englisch und die nächste Stunde auf Deutsch gehalten wird, sondern man teilt es nach Schwierigkeit des Themas oder der Themengebiete ein.

Themen, die viele Sprechanlässe bieten, werden in Englisch besprochen, und komplexe Themen auf Deutsch. Im Fach Erdkunde wird dann beispielsweise das Thema »Plattentektonik« auf Deutsch unterrichtet, da es fachwissenschaftlich bereits sehr schwierig ist. Das etwas leichtere und anschaulichere Thema »Vulkanismus« auf Englisch. In Geschichte bietet der bilinguale Unterricht vermehrt die Möglichkeit ein geschichtliches Ereignis aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, zum Beispiel die Ursachen für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs aus deutscher Sicht sowie aus britischer und US-amerikanischer Sicht anhand englischsprachiger Originalquellen. Falls ein Thema noch nicht so sitzen sollte, gibt es eine so genannte „Aufwaschstunde“. Das geht im bilingualen Unterricht leichter, denn hier steht uns die Stundenzahl in dem jeweiligen Fach plus eine Zusatzstunde zur Verfügung. Für die Schüler bedeutet das aber auch, dass sie immer eine Stunde mehr Unterricht haben als ihre Klassenkameraden.Es ist uns wichtig zu betonen, dass im bilingualen Unterricht die Vermittlung der Sachkompetenz im Vordergrund steht und nicht die reine Sprachverwendung. Konkret bedeutet das, dass Englisch die Arbeitssprache ist und das Lernen der Fremdsprache wird zum Lernen in der Fremdsprache.

In einem englischen Test hat zum Beispiel das Sachfach den Vorrang und der thematische Bereich wird stärker gewichtet als die sprachliche Korrektheit, wobei mit zunehmender Klassenstufe auch die sprachliche Korrektheit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Das Fachvokabular muss selbstverständlich immer korrekt geschrieben werden.

Wer ist für bilingualen Unterricht geeignet?

Die Schüler sollten über ein gutes Sprachgefühl in der Muttersprache verfügen, sich für Erdkunde, Geschichte und Sozialkunde interessieren, selbstständig arbeiten können und besonders motiviert sein, damit ihnen das „Mehr“ (Zusatzstunde) an Unterricht auch Spaß macht. Die Klassenlehrer, Englischlehrer und Sachfachlehrer sowie die Lehrkraft des Vorbereitungsunterrichts entscheiden gemeinsam über die Eignung. Bitte sprechen Sie aus den oben genannten Gründen offen mit Ihrem Kind über Vor- und Nachteile des bilingualen Unterrichts, denn wir sprechen nur eine Empfehlung aus, die Entscheidung liegt immer bei Ihnen und Ihrem Kind.

Nur in Ausnahmefällen kann ein Schüler ohne Besuch des Vorbereitungsunterrichts in der 5. und 6. Klasse den bilingualen Unterricht ab Klasse 7 besuchen.
Eine Ausnahme stellt der Besuch einer BEGYS-Klasse dar. Diese Schülerinnen und Schüler erhalten automatisch bilingualen Unterricht in einem Sachfach, das auch nicht gewechselt wird. Die Schüler haben entweder drei Jahre bilingualen Unterricht im Fach Erdkunde oder im Fach Geschichte.