Schulsozialarbeit am CBG gesichert!

Seit zwei Jahren arbeitet das Carl-Bosch-Gymnasium sehr erfolgreich im Bereich der Prävention, der Einzelfallberatung und der Gestaltung der Übergänge zu anderen Schulformen mit Schulsozialarbeiterinnen zusammen.

Ab dem im September 2014 beginnenden Schuljahr begrüßen wir Frau Meike Klose als neue Schulsozialarbeiterin am Carl-Bosch-Gymnasium.

Wir bedanken uns für den Einsatz der Stadt Ludwigshafen und des Jugendamtes für unsere Schülerinnen und Schüler.

Die folgenden Argumente haben die Entscheidungsträger der Stadt überzeugt.

 Situation und Ziele

  • Schulversagen kann durch das »Auffangen« von Schülerinnen und Schülern in einem zuverlässigen Umfeld vorgebeugt werden. Die Zahl der Repetentinnen und Repetenten sinkt, die Zahl der qualifizierten Schulabschlüsse steigt. Unsere Gesellschaft braucht gut ausgebildete junge Nachwuchskräfte.
  • Vermeidung eines Schullaufbahnwechsels von Schülerinnen und Schülern aus bildungsfernen oder benachteiligten Elternhäusern (auch durch Migrationshintergrund). Häufig besteht ein Zusammenhang zwischen sozialem Umfeld und Bildungsabschluss. Schulsozialarbeit kann dem entgegenwirken. (Kostenreduzierung durch Verringerung der Zahl zukünftiger »Hartz IV«- Empfänger)
  • Vermeidung von Hilfen zur Erziehung durch Kooperation im Einzelfall mit dem Elternhaus (Vermeidung von Kosten für die öffentlichen Kassen).
  • Schulsozialarbeit stellt Vertrauenspersonen, die nicht gleichzeitig benoten müssen, sondern Kinder völlig unbefangen betreuen können. Ein Vertrauensverhältnis zu Lehrerkräften wird gelegentlich verhindert, aus Angst, man könne schlechte Noten bekommen.
  • Schulsozialpädagoginnen und -pädagogen können zuhören und die Zusammenarbeit mit Elternhaus, Jugendamt, Schulpsychologie, Erziehungsberatung und eventuell Therapieeinrichtungen koordinieren.
  • Als Ganztagsschule sind wir nicht nur Lernumfeld, sondern auch ein Stück Zuhause für die Kinder. Wir benötigen deshalb einen (im Idealfall zwei) zuverlässige feste Ansprechpartnerinnen und –partner, die nicht ständig wechseln.

 Aufgaben der sozialpädagogischen Fachkräfte

  • Schnelle Eingreifmöglichkeit bei Schulverweigerung
  • Entlastung der Jugendämter
  • effektive Zusammenarbeit mit den Jugendämtern bzw. sozialen Diensten falls nötig
  • Einleitung von Hilfen zur Erziehung, z. B. durch die Vorbereitung und Information der Erziehungsberechtigten zur Annahme von Hilfen
  • Vermittlung von Einzelförderung
  • Mitbetreuung in der Klasse (Arbeit am Klassenklima, Entgegenwirken bei Mobbingprozessen, Mithilfe bei der Elternarbeit/Elternabenden)
  • Angebote an Schülerinnen und Schüler mit Gruppengesprächen, Einzelgesprächen und durch Projekte mit besonderem sozialpädagogischem Schwerpunkt
  • Integrationsförderung von Schüler/innen mit Migrationshintergrund
  • Präventionsarbeit (Gewalt, Suchtverhalten, etc.)

 Notwendigkeit der Unterstützung für Lehrkräfte

  • Mangelnde sozialpädagogische Ausbildung der Gymnasiallehrer
  • Lehrkräfte haben keine Zeit für eine ausführliche sozialpädagogische Beratung und fortlaufende Gespräche mit Schülern und Eltern.
  • Besondere Probleme (z.B. Umgang mit Gewalt, Scheidungsproblematiken, Essstörungen, Autismus, Selbstmordgefährdung, Suchtverhalten auch im Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken, Trauerarbeit usw.) werden von der Lehrerausbildung nicht erfasst.
  • Kollegiale Fallberatung als Instrument zur Prävention und Unterstützung von Lehrkräften kann durch Schulsozialarbeit eingeführt und geleitet werden.
  • Schulsozialarbeit schafft Rahmenbedingungen, die Lehrkräften die Möglichkeit geben, ihre Lehrtätigkeit verantwortungsvoll erfüllen zu können. Nur so kann Bildung als Investition in die Zukunft gelingen.