Podiumsdiskussion Landtagswahl

Volles Haus im Haus

Schülerinnen und Schüler des Carl-Bosch-Gymnasiums im Gespräch mit Kandidaten zur Landtagswahl 2016

Vor einer wahren Rekordkulisse fand zu Wochenbeginn im Ludwigshafener Kulturzentrum Das Haus eine Podiumsdiskussion von Direktkandidaten zur Landtagswahl 2016 statt. Mit 450 Schülerinnen und Schülern war die vom Carl-Bosch-Gymnasium und dem Stadtjugendring Ludwigshafen organisierte Veranstaltung über die Maßen frequentiert. Zuhörer aus insgesamt acht weiterführenden Schulen wollten am Montagmorgen hören, was die fünf Politiker zu aktuellen Themen zu sagen hatten. Auf der Bühne Platz nahmen dabei die Kandidaten des Wahlkreises 35 Ludwigshafen 1, Anke Simon (SPD), Christian Beilmann (CDU), Bernhard Braun (Grüne), Liborio Ciccarello (Die Linke) und Thomas Schell (FDP).

Ein achtzehnköpfiges Schülerteam hatte unter Leitung der beiden Lehrer, Frau Wollschläger und Herr Fölker, seit Jahresbeginn fleißig an einem Konzept gearbeitet. Dieses sollte nicht nur die Interessen des jugendlichen Publikums in den Blick nehmen, sondern diesem auch ein möglichst großes Mitspracherecht bei dem Politikevent einräumen. Heraus kam eine überaus frische Moderation, die auf viele Schultern verteilt war, gepaart mit einem methodisch abwechslungsreichen Programm.

Den Kern bildeten Fragen zu den vier Themengebieten Flüchtlinge, innere Sicherheit, Wirtschaft und Umwelt sowie Bildung. Vor diesem Hintergrund wurden die Chancen und Risiken des Bevölkerungszustroms thematisiert sowie die gegenwärtige Situation des Polizeiwesens in Rheinland-Pfalz. Auch das Erstarken rechtspopulistischer Tendenzen in der Bundesrepublik Deutschland war Gesprächsgegenstand. Einem differenzierten Blick unterworfen wurde daneben die Stadt Ludwigshafen. Sowohl das dort vorhandene ökonomische Potenzial als auch die ökologische Lage der Kommune kamen hierbei auf den Prüfstand.

Die Konzentration des Auditoriums konnte gegen Ende der Veranstaltung kaum abebben, denn unter dem Vorzeichen Schulbildung ging es zunächst um die arbeitsvertragliche Situation junger Lehrerinnen und Lehrer. Aufmerksam verfolgt wurden schließlich die Wortmeldungen hinsichtlich der Frage, in welcher Weise das Schulsystem unterschiedlichen Begabungen institutionell Rechnung tragen müsse.

Gegen Ende eines jeden Themenblocks bekamen Jugendliche aus dem Plenum die Gelegenheit, eigene Fragen an die Politiker zu richten. Die Redezeit der fünf Politiker war strikt limitiert, nur fallweise konnten diese durch Zuhilfenahme spezieller Joker zusätzliche Sekunden erwirken. Das Veranstaltungskonzept sah im Hinblick auf bestimmte Fragestellungen zudem offene Abstimmungen mit roten und grünen Karten vor.

Auf Seiten des Stadtjugendrings war die Podiumsdiskussion erneut eingebunden in die Vorbereitungsarbeiten rund um die so genannte Ludwigshafener Schülerwahl. Im unmittelbaren Vorfeld der Landtagswahl werden auf diese Weise Schüler aus acht Ludwigshafener Schulen die Gelegenheit bekommen, sich eine politische Meinung zu bilden, um schlussendlich in schulinternen Abstimmungen ihren Wahlzettel ausgefüllt in die Urne zu werfen.